Als katholische Schule möchten wir die Fastenzeit mit ihren Kindern leben. So gibt es jedes Jahr ein ganz bestimmtes Fastenprojekt, für das wir sammeln und das rechtzeitig im Kollegium gemeinsam ausgesucht wird.
Die vierzigtägige Fastenzeit ist eine wichtige Zeit im Jahreskreis der Kirche. Diese beginnt am Aschermittwoch und endet in der Osternacht. Bereits in der Heiligen Schrift gibt es Hinweise auf eine Fastenzeit. Im Alten Testament verbringt Mose vierzig Tage auf dem Berg, um die zehn Gebote zu empfangen. Elia wandert später vierzig Tage durch die Wüste und hat dann am Berg Horeb die Gotteserfahrung. Jesus Christus selbst ging nach seiner Taufe 40 Tage lang in die Wüste. Die Fastenzeit hat eine sehr lange Tradition in der Kirche. Bereits im Jahre 325 kannte man diese Vorbereitungszeit auf Ostern. Im sechsten oder siebten Jahrhundert setzte sich durch, dass der Sonntag ein Festtag ist, der nicht zur Fastenzeit gehört. So wurde die Fastenzeit auf den Mittwoch vorgelegt, so dass es, ohne die Sonntage mitzuzählen, insgesamt 40 Tage sind.
Auch Kinder können "fasten" lernen. Die österliche Bußzeit ist ebenso wie der Advent eine Vorbereitungszeit. Deshalb soll auch in der Fastenzeit etwas von der Vorfreude zu spüren sein. Kinder sollen merken: Fasten und Verzichten bringen eine neue innere Freiheit, Freude und Befriedigung. Für Kinder ist es wichtig, wenn diese Zeit nicht mit vielen großen oder kleinen Vorsätzen überfüllt ist. Da geschieht es zu leicht, dass das Einhalten nicht gelingt, Kinder werden entmutigt und es macht sich Frust breit. So nehmen sich Kinder beispielsweise vor, auf Süßes oder den Fernseher zu verzichten. Wohl können Eltern mit ihren Kindern in dieser Zeit auf bestimmtes Verhalten, Umgangsformen und Lebenshaltungen besonders achten.
Wir denken, dass es gut ist, wenn wir in der Schule mit den Kindern zwei wichtige Haltungen einüben: Verzicht oder Bedürfnisaufschub und Solidarität. Wenn Kinder zum Verzicht angehalten werden, ist es umso wichtiger, dass sie den Sinn des Tuns einigermaßen verstehen lernen. Das bedeutet wiederum, dass viel miteinander gesprochen wird, dass es gemeinsame Überlegungen und Regeln gibt, die die Bedeutung des Verzichtens aufzeigen. Das Beispiel der Eltern und Erwachsenen zählt und kann Kinder ermutigen oder eben auch die Freude am "Fasten" nehmen.
Teilen macht Freude Fasten bedeutet nicht weggeben, was man zu viel hat und eh nicht braucht. Es kann auch ein bisschen wehtun, wenn ich mich von etwas trenne um zu teilen, zu schenken. Unter diesem Gesichtspunkt können auch Kinder "fasten" lernen: Ich will teilen und nicht bloß weggeben, was ich zu viel habe. Das Kind soll dabei erleben, dass teilen Freude bereitet, dass man durch das Teilen Freunde gewinnt (etwa beim Spielen) und gemeinsam schöne Stunden verbringt.


