Jahresthema




Seit Gründung der St. Hedwig Schule 1993 begleitet ein Jahresthema (Jahresmotto) jeweils ein Schuljahr.

Auf dieses Thema stimmt sich das gesamte Kollegium mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule noch in der Sommerferienzeit, vor Beginn eines neuen Schuljahres, ein.

Der Einschulungsgottesdienst, der Schuljahresanfangsgottesdienst und viele weitere Gottesdienste betten dieses Thema dann immer wieder in neue Kontexte ein. Auch die Advents- oder die Fastenzeit wird durch das Jahresthema begleitet oder es wird in Unterrichtsinhalte verschiedenster Fächer eingebunden.

So waren in der Vergangenheit beispielsweise „Steine“, „Schlüssel, „Herz“, „Hände über mir“, „Wachsen wie ein Baum“ oder „Brücken bauen“ ein solches Jahresthema.


 
MOZ-Artikel Donnerstag, 10. September 2009:




Bischof in Petershagen: Sechstklässler führen Kardinal Georg Sterzinsky durch die katholische Grundschule (l. Schulleiterin Anja Wuttke-Neumann). 


Petershagen-Eggersdorf (rj) Ganz genau wollte es der Bischof wissen. Ist das eine Ganztagsschule? Aus welchem Ort kommst du? Wie kommt ihr hierher, mit der S-Bahn oder dem Fahrrad? Wie viele Kilometer sind das? Wann beginnt bei euch der Hort? Seid ihr nach Schulschluss sehr abgespannt?

Die fünf Sechstklässler aus der katholischen Grundschule St. Hedwig hatten auf alles eine Antwort. Fundiert, frank, frei und fröhlich gaben sie Georg Kardinal Sterzins­ky am Donnerstag während einer Führung durch die Räume ihres Schulhauses Auskunft.
Es sei Tradition, dass sich der Erzbischof jedes Jahr zwei der mehr als 20 Schulen im Bistum Berlin ansehe, gab Peter Schaumann, Schulrat für katholische Schulen im Erzbistum, Auskunft. So bleibe sein Kontakt zu den Bildungseinrichtungen erhalten. Gleichzeitig werde auch das Gefühl vermittelt, dass "die Kinder unsere Zukunft sind", sagte Schaumann, der ebenso wie der Schuldekan für die Schulpastorale Martin Pietsch den Bischof bei seinem Besuch begleitete.
Das spürten die Grundschüler an den interessierten Fragen des Bischofs ebenso wie an der Art, in der sich Georg Kardinal Sterzinsky während des Besuches zeigte. Er saß mit den Schülern hinter dem Vorhang im neu eingerichteten Bücherzimmer auf niedrigen Ikea-Flechtsesseln, schaute aufmerksam darauf, was sich hinter geöffneten Schranktüren befand, lobte die liebevolle Ausgestaltung durch Schüler und Lehrer in allen Teilen des Gebäudes, staunte über die Produkte aus der nachmittäglichen Hortbeschäftigung.
Ebenso aufmerksam registrierte Sterzinsky die zusätzlichen Erläuterungen von Schulleiterin Anja Wuttke-Neumann, die unter anderem die Arbeit mit den Flex-Klassen beschrieb und deren beabsichtigte Entwicklung aufzeigte, bevor er sich einer eher ungewohnten Tätigkeit hingab: auf vorbereiteten Porträtkarten zu unterschreiben.
Am Vormittag hatte Georg Kardinal Sterzinsky in der neben liegenden Kirche St. Hubertus mit Schülern und Lehrern den Schuljahres-Eröffnungsgottesdienst gefeiert, der dem Jahresthema "Brücken bauen" gewidmet war. Am Nachmittag führten Schulchor und -theatergruppe Teile des Musicals "Der Traum der drei Bäume" auf, das Abschluss und Höhepunkt im vergangenen Schuljahr war.
 
 


Im Schuljahr 2010/11 begegnen wir dem Thema "Türen öffnen".

Der Umgang mit Türen in der alltäglichen Lebenswelt ist für uns und damit auch für die Kinder selbstverständlich. Es gibt unsagbar viele Arten, in Gebäuden, in Zäunen und Mauern, in Fahrzeugen und in Geräten. Sie dienen als Durchgang, Eingang und Ausgang, als Verbindungs- oder Trennungselemente, als Schutz, als Abgrenzung nach außen.

Kleinkinder erleben Türen als Hindernisse. Wenn sie groß genug sind, können sie selbst die Türen öffnen und sich Zugänge zu anderen Räumen verschaffen. Kinder haben bereits erfahren, dass Türerlebnisse oft mit Gefühlen verbunden sind. Wenn sie jemanden besuchen wollen und an die Tür klopfen, wird ihnen aufgemacht, und sie werden willkommen geheißen. Wenn sie selber Besuch empfangen, öffnen sie die Haustür und begrüßen freudig ihre Gäste. Geschlossene Türen vermitteln häufig das unangenehme Gefühl des Ausgeschlossenseins. Viele Kinder möchten lieber bei offener Zimmertür schlafen, um den Kontakt zu den Eltern nicht zu verlieren. Manche Kinder haben schon vor verschlossener Haustür gestanden und trotz Klingeln und Klopfen keinen Einlass erhalten. Oder sie haben ihren Haustürschlüssel vergessen und mussten warten, bis jemand aufschließen konnte. Wieder andere haben sich selbst in Räume eingeschlossen und mussten befreit werden. Im Gegensatz dazu wird das Schließen der eigenen Zimmertür von manchen Kindern als wohltuend empfunden, da sie sich dann ungestört, geschützt und geborgen fühlen.

Türen begegnen Kindern auch in Geschichten und Märchen. Oft verbergen geschlossene Türen ein Geheimnis und machen Kinder neugierig.

Ferner taucht das Wort Tür über das gegenständlich Gemeinte in bildhafter Redewendung im alltäglichen Sprachgebrauch auf: Z.B.: "Jemandem die Tür vor der Nase zuschlagen", "mit der Tür ins Haus fallen", "eingeschnappt sein", "offene Türen einlaufen" u.v.m..

"Türen" können auf dieser bildlichen Ebene als verbindende bzw. trennende Elemente zwischen Menschen verstanden werden. "Offene Türen" verknüpfen wir meistens mit positiven Empfindungen und Assoziationen, mit (Gast-)Freundschaft, Offenheit der Menschen, Gemeinschaft, Einladung und Kontaktfreudigkeit, "geschlossene Türen" dagegen mit Sich-Abkapseln, Sich-Isolieren, Sich-Zurückziehen, Eingeschlossen-Sein. Da Bilder und Symbole einen ambivalenten Charakter besitzen, lassen sich jedoch immer auch andere Deutungen finden. So assoziieren wir mit "geschlossenen Türen" auch Gedanken an Schutz, Geborgenheit, Privatsphäre; und mit "offenen Türen" Schutzlosigkeit und Ausgeliefertsein.

Wir gehen täglich durch verschiedene Türen.
Wir kommen und gehen.
Wir öffnen und verschließen Türen.
Wir suchen Geborgenheit und Weite.
Wir möchten in uns gehen und
aus uns heraus gehen können.
Wir wollen uns manchmal zurückziehen
und allein sein.
Wir suchen Kontakt und Gemeinschaft.
Eine Tür ist eine Nahtstelle. Sie grenzt ab und ein.
Sie erschließt einen Zugang.
Sie führt nach innen oder nach außen.
Sie verbindet Räume miteinander.
Sie hütet ein Geheimnis.
Eine Tür kann uns viele unterschiedliche
Botschaften vermitteln.
Eine Tür kann eine Einladung sein.
Eine Tür kann aber auch eine Hemmschwelle
bedeuten, die auch mit entsprechender
Schwellenangst verbunden ist.
Eine Tür kann eine Befreiung sein.
Eine Tür kann ein Kunstwerk sein
oder auch ein Alltagsgegenstand.